Bewerbungsanschreiben: Aufbau, Formulierungen und Beispiel
Welche Teile ein Anschreiben hat, wie Sie Einleitung, Hauptteil und Schluss formulieren und wie ein vollständiges Beispiel auf einer Seite aussieht.
Ein Bewerbungsanschreiben ist ein Geschäftsbrief von höchstens einer Seite, der eine einzige Frage beantwortet: Warum passen Sie zu genau dieser Stelle? Aufgebaut ist es aus Briefkopf, Betreff, Anrede, Einleitung, Hauptteil und Schluss. Der Hauptteil entscheidet, denn dort verbinden Sie die Anforderungen der Stellenanzeige mit Belegen aus Ihrer Erfahrung. Unten finden Sie für jeden Teil Formulierungen und am Ende ein vollständiges Beispiel.
Den Gesamtablauf einer Bewerbung von der Analyse der Anzeige bis zum Versand beschreibt der Leitfaden Bewerbung schreiben. Hier geht es nur um das Anschreiben selbst.
Der Aufbau auf einen Blick
| Teil | Inhalt | Umfang |
|---|---|---|
| Absender | Name, Anschrift, Telefon, E-Mail | drei bis vier Zeilen |
| Empfänger | Unternehmen, Ansprechperson, Anschrift | drei bis vier Zeilen |
| Ort und Datum | rechtsbündig über dem Betreff | eine Zeile |
| Betreff | Stellenbezeichnung wie in der Anzeige, Kennziffer | ein bis zwei Zeilen |
| Anrede | möglichst mit Namen | eine Zeile |
| Einleitung | Bezug zur Stelle, Ihre Kernqualifikation | zwei bis drei Sätze |
| Hauptteil | zwei bis drei Anforderungen mit Beleg | zwei bis drei Absätze |
| Schluss | Eintrittstermin, ggf. Gehalt, Gesprächswunsch | zwei bis drei Sätze |
| Gruß und Unterschrift | „Mit freundlichen Grüßen“, Name | drei Zeilen |
Viele orientieren sich bei Rändern und Abständen an der DIN 5008, der Norm für Geschäftsbriefe. Verpflichtend ist das nicht. Wichtiger ist, dass Anschreiben und Lebenslauf dieselbe Schrift und denselben Kopf mit Ihren Kontaktdaten tragen und so erkennbar zusammengehören.
Briefkopf, Betreff und Anrede
Betreff ohne das Wort „Betreff“
Der Betreff steht fett und nennt die Stelle so, wie sie in der Anzeige heißt. Gibt es eine Kennziffer, gehört sie dazu, denn größere Unternehmen ordnen Bewerbungen darüber zu. Eine zweite Zeile kann sagen, wo Sie die Anzeige gefunden haben, wenn das für das Unternehmen interessant sein könnte.
Bewerbung als Sachbearbeiterin Personal, Kennziffer [Nummer] Ihre Stellenanzeige auf Ihrer Karriereseite vom [Datum]
Die richtige Anrede
Die beste Anrede ist der Name der Person, die über die Stelle entscheidet oder die Bewerbungen sichtet. Steht in der Anzeige keine Ansprechperson, lohnt ein Blick auf die Karriereseite oder ein kurzer Anruf. Mögliche Varianten:
- Name bekannt: „Sehr geehrte Frau [Nachname],“ oder „Sehr geehrter Herr Dr. [Nachname],“ (ein Doktortitel wird in der Anrede genannt).
- Geschlecht unklar oder bewusst neutral: „Guten Tag [Vorname Nachname],“.
- Keine Person auffindbar: „Sehr geehrte Damen und Herren,“ ist weiterhin korrekt.
- Anzeige duzt durchgehend: „Hallo [Vorname],“ ist dann möglich, aber kein Muss.
Die Einleitung: drei Wege zu einem guten ersten Satz
Der erste Satz entscheidet, ob jemand aufmerksam weiterliest. „Hiermit bewerbe ich mich“ sagt nichts, was der Betreff nicht schon gesagt hat. Besser ist ein Einstieg, der sofort einen Bezug herstellt.
Mit Ihrer passenden Erfahrung:
In den vergangenen vier Jahren habe ich als Personalsachbearbeiterin in einem Logistikunternehmen mit rund 300 Beschäftigten die Lohnabrechnung vorbereitet und neue Mitarbeitende vom Vertrag bis zum ersten Arbeitstag begleitet. Diese Erfahrung möchte ich in Ihr Personalteam einbringen.
Mit Bezug zum Unternehmen oder zur Aufgabe:
Dass Sie Ihre Fertigung in den nächsten Jahren auf papierlose Abläufe umstellen, habe ich mit großem Interesse gelesen. Genau solche Umstellungen habe ich in meiner bisherigen Stelle in der Arbeitsvorbereitung begleitet.
Mit einem vorherigen Kontakt:
Vielen Dank für das freundliche Telefonat am [Datum], in dem Sie mir die Aufgaben im Kundenservice näher beschrieben haben. Wie besprochen sende ich Ihnen meine Unterlagen.
Die Zahlen und Details in diesen Beispielen sind Platzhalter. Setzen Sie nur ein, was auf Sie zutrifft und was Sie im Gespräch erläutern können.
Floskeln, die Sie ersetzen sollten
| Statt | Besser |
|---|---|
| „Hiermit bewerbe ich mich auf …“ | direkt mit Erfahrung oder Bezug einsteigen |
| „Ich bin teamfähig und belastbar.“ | eine Situation schildern, in der das sichtbar wurde |
| „Ich würde mich sehr freuen, wenn …“ | „Ich freue mich auf ein persönliches Gespräch.“ |
| „Wie Sie meinem Lebenslauf entnehmen können …“ | den Punkt einfach nennen |
| „Ihr Unternehmen ist sehr erfolgreich.“ | einen konkreten Grund nennen, warum Sie dort arbeiten wollen |
Der Hauptteil: Anforderung, Beleg, Bezug
Der Hauptteil ist der Grund, warum es Anschreiben überhaupt gibt. Er wiederholt nicht den Lebenslauf, sondern wählt zwei oder drei Anforderungen aus der Stellenanzeige aus und zeigt, dass Sie sie erfüllen. Bewährt hat sich ein Dreischritt pro Absatz:
- Anforderung aufgreifen: Welche Aufgabe oder Fähigkeit nennt die Anzeige?
- Beleg liefern: In welcher Situation haben Sie genau das getan, und mit welchem Ergebnis?
- Bezug herstellen: Was bedeutet das für die neue Stelle?
Sie suchen jemanden, der Bewerbungsprozesse eigenständig koordiniert. In meiner aktuellen Position organisiere ich die Auswahlverfahren für die gewerblichen Stellen: Ich stimme Termine mit den Fachabteilungen ab, führe Telefoninterviews und bereite die Vertragsunterlagen vor. Dabei habe ich eine einfache Übersicht eingeführt, mit der jede Bewerberin innerhalb einer Woche eine erste Rückmeldung erhält. Diese Verbindlichkeit möchte ich auch bei Ihnen umsetzen.
Soziale Fähigkeiten belegen Sie auf dieselbe Weise. Statt „kommunikationsstark“ beschreiben Sie, dass Sie zwischen zwei Abteilungen vermittelt oder neue Kolleginnen eingearbeitet haben. Ein dritter, kürzerer Absatz kann erklären, warum Sie gerade zu diesem Unternehmen wollen. Ein oder zwei konkrete Gründe genügen, etwa das Produkt, die Region oder eine Entwicklung, über die Sie gelesen haben.
Wird zusätzlich ein Motivationsschreiben verlangt, gehört die ausführliche Begründung dorthin. Den Unterschied erklärt der Beitrag Motivationsschreiben vs. Anschreiben.
Der Schluss: Eintrittstermin, Gehalt, Gesprächswunsch
Im Schluss beantworten Sie die organisatorischen Fragen, die in der Anzeige gestellt werden, und enden mit einem klaren Satz ohne Konjunktiv-Ketten.
- Eintrittstermin: „Ich kann die Stelle unter Berücksichtigung meiner Kündigungsfrist zum [Datum] antreten.“ Sind Sie sofort verfügbar, schreiben Sie das genauso.
- Gehaltsvorstellung, nur wenn verlangt: „Meine Gehaltsvorstellung liegt bei [Betrag] Euro brutto im Jahr.“
- Gesprächswunsch: „Ich freue mich darauf, Sie in einem persönlichen Gespräch von meiner Eignung zu überzeugen.“
Danach folgen „Mit freundlichen Grüßen“, Ihre Unterschrift und Ihr Name in Druckschrift. Ein Anlagenvermerk ist bei einer einzigen PDF-Datei nicht nötig.
Vollständiges Beispiel
[Vorname Nachname] · [Straße Nr.] · [PLZ Ort] · [Telefon] · [E-Mail]
[Unternehmen] Frau [Vorname Nachname] [Straße Nr.] [PLZ Ort]
[Ort], [Datum]
Bewerbung als Sachbearbeiterin Buchhaltung, Kennziffer [Nummer]
Sehr geehrte Frau [Nachname],
seit drei Jahren betreue ich in einem mittelständischen Handelsunternehmen die Kreditorenbuchhaltung und habe dort den Rechnungseingang auf eine digitale Freigabe umgestellt. Diese Erfahrung möchte ich als Sachbearbeiterin Buchhaltung in Ihr Team einbringen.
In Ihrer Anzeige nennen Sie die Prüfung und Kontierung von Eingangsrechnungen als Kernaufgabe. Das ist heute mein Arbeitsalltag: Ich bearbeite die Rechnungen von rund 150 Lieferanten, kläre Abweichungen direkt mit dem Einkauf und bereite die Zahlläufe vor. Bei der Einführung der digitalen Freigabe habe ich die Abstimmung mit der IT übernommen und die Kolleginnen im Lager geschult.
Sie wünschen sich außerdem Unterstützung beim Monatsabschluss. Hier übernehme ich bereits die Abstimmung der Kreditorenkonten und die Abgrenzungen und habe während einer längeren Abwesenheit im Team zusätzlich die Debitorenseite vertreten.
An Ihrem Unternehmen reizt mich der Wechsel in ein Umfeld mit internationalem Lieferantenstamm, in dem ich meine Englischkenntnisse täglich einsetzen kann.
Ich kann die Stelle unter Berücksichtigung meiner Kündigungsfrist zum [Datum] antreten. Meine Gehaltsvorstellung liegt bei [Betrag] Euro brutto im Jahr. Ich freue mich auf ein persönliches Gespräch.
Mit freundlichen Grüßen
[Unterschrift] [Vorname Nachname]
Checkliste vor dem Versand
So prüfen Sie Ihr Anschreiben
- Stellenbezeichnung und Kennziffer stimmen mit der Anzeige überein
- Name des Unternehmens und der Ansprechperson sind richtig geschrieben
- Der erste Satz enthält keinen „Hiermit“-Einstieg
- Jede genannte Stärke hat ein konkretes Beispiel
- Keine Reste aus einer früheren Bewerbung (anderes Unternehmen, andere Stelle)
- Eintrittstermin und Gehalt nur, wenn verlangt, und dann eindeutig
- Höchstens eine Seite, gleiche Schrift wie im Lebenslauf
- Eine zweite Person hat den Text gelesen
Was Sie im Anschreiben als Stärke hervorheben, muss sich im Lebenslauf wiederfinden, mit Zeitraum, Arbeitgeber und Aufgabe. Wie Sie ihn passend aufbauen, zeigt der Ratgeber Lebenslauf: Aufbau, Reihenfolge, Muster. Wer per E-Mail verschickt, findet Betreff, Dateiname und ein Muster für den Begleittext im Beitrag Online-Bewerbung per E-Mail.
Fragen und Antworten
Wie lang sollte ein Bewerbungsanschreiben sein?
Eine DIN-A4-Seite ist der Standard. Inhaltlich entspricht das meist drei bis vier Absätzen mit zusammen etwa 250 bis 400 Wörtern. Wird es länger, kürzen Sie zuerst Wiederholungen aus dem Lebenslauf und allgemeine Eigenschaften ohne Beleg.
Muss das Anschreiben unterschrieben werden?
Eine Unterschrift unter dem Gruß ist üblich und wirkt sorgfältig, auch bei einer digitalen Bewerbung als eingefügte Bilddatei. Fehlt sie bei einer Online-Bewerbung, ist das aber kein Ausschlussgrund.
Darf ich eine Vorlage aus dem Internet verwenden?
Als Gerüst ja, als Text nein. Personalverantwortliche lesen viele Anschreiben und erkennen Mustersätze schnell. Übernehmen Sie den Aufbau, aber formulieren Sie Einleitung und Belege selbst und mit Bezug zur konkreten Stelle.
Wohin gehört die Gehaltsvorstellung?
In den Schluss, und nur dann, wenn die Anzeige danach fragt. Nennen Sie ein Jahresbruttogehalt als Zahl oder als enge Spanne. Ohne Aufforderung lassen Sie das Gehalt weg und sprechen es im Gespräch an.
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- Bewerbung schreiben
Von der Stellenanzeige bis zum Klick auf Senden: wie eine Bewerbung aufgebaut ist, was in die Unterlagen gehört und welche Fehler Personaler am häufigsten aussortieren.
- Motivationsschreiben
Das Anschreiben belegt Ihre Eignung für eine Stelle, das Motivationsschreiben erklärt, warum Sie diesen Weg gehen wollen. Wann Sie welches brauchen und wie die dritte Seite aufgebaut ist.
- Lebenslauf
Der Lebenslauf ist das Dokument, das in jeder Bewerbung gelesen wird. So bauen Sie ihn übersichtlich auf, setzen die richtigen Schwerpunkte und vermeiden typische Fehler.
Zuletzt überarbeitet am 26. Oktober 2026 von der Redaktion koenig-ag.de. Fehler gefunden?Schreiben Sie uns.